Warum ich von simyo abrate

Ab und zu ziehe ich mal um und suche einen Nachmieter oder ich habe auf eine andere Weise einen Grund, meine Telefonnummer in die Zeitung zu setzen. Weil ich natürlich nicht wahnsinnig bin, setze ich nicht meine Standardnummer in die Zeitung. Zu diesem Behufe erwarb ich eine simyo-Karte. Auch deshalb, weil ich mich aus verschiedenen Gründen ab und zu selbst anrufen muss.

Allerdings tat ich das vor Jahren, und es ist wohl auch etwas her, dass ich sie zuletzt benutzte. Nun brauchte ich sie genau JETZT, und sie ging nicht. Ich wollte mich einloggen, um zu prüfen, wo das Problem liegt, aber simyo behauptete, ich sei gar kein Kunde, die Mobilnummer (die meiner simyo-SIM-Karte) existiere nicht. Darüber wollte ich mich beschweren. Als simyo-Kunde durfte ich das aber nicht, denn als solchen erkannte simyo mich nicht an. Als nicht-simyo-Kunde konnte ich es tun, obwohl ich ja Kunde bin, allerdings existierte kein entsprechender Betreff wie „simyo-SIM-Karte wurde überraschend und ohne Ankündigung deaktiviert“, denn so war es ja.

Der Support reagierte sogar zeitnah.

„Nach Überprüfung Ihrer Daten haben wir festgestellt, dass Ihre simyo SIM-Karte am 20.10.2008 deaktiviert wurde.“
Nicht „wurde“, meine lieben simyos. Ihr habt sie aktiv & willentlich deaktiviert.

„Eine einmal deaktivierte simyo SIM-Karte kann nicht wieder reaktiviert werden.“
Ist ja wohl nicht meine Schuld. Und glauben tue ich das auch nicht. Wer sollte denn willentlich ein solches Feature in sein System einbauen? Etwa jemand, der damit verdienen will, dass man sich ne neue Karte kaufen muss?

„Sie können Ihr simyo Guthaben so lange nutzen, wie Ihre simyo SIM-Karte aktiv ist.“
Also jetzt nicht mehr.

Was mit meinem Guthaben passiert ist, erwähnt die Mail keine Sekunde lang. Es wurde verschluckt. Es ist weg. Futsch, im Eimer. Abgesaugt von der Firma simyo, die mit „Ohne Vertragsbindung, ohne Grundgebühr, ohne Mindestumsatz“ wirbt, aber nach 12 Monaten MEIN Guthaben zu ihrem eigenen Guthaben macht, ohne dafür eine Dienstleistung zu erbringen, abgesehen von der, dafür auch noch meine Karte unreaktivierbar zu deaktivieren. (Ein ähnliches Raub-Verhalten findet sich übrigens bei der Firma Skype)

Natürlich könnte man für die xundzwanzigfuchzig Euro vor Gericht ziehen, macht aber natürlich niemand, hat auch keinen Zweck. Daher sei es nur im Blog erwähnt mit der aktiven Aufforderung an alle, schlechte Erfahrungen mit Abzocke alle Art auf ähnliche Weise zu publizieren. (Hier noch der Link zur Google-Suche abzocke simyo.)

Kommentare der Art „Hätteste halt das Kleingedruckte gelesen“ möge man sich bitte sparen. Meine Meinung zu Kleingedrucktem ist, dass man es auch gross drucken könnte, wenn man keine schurkischen Absichten zu verbergen trachtet. Und schlechte Konditionen klein zu drucken macht die Konditionen nicht besser.

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5 Antworten zu Warum ich von simyo abrate

  1. Frank Kemper schreibt:

    Ich verstehe Deinen Ärger und auch Deinen Rat, Simyo nicht zu verwenden. Allerdings scheint die Nummer mit dem nach 12 Monaten verfallenden Guthaben in der Branche allgemein üblich zu sein. Ich habe es erlebt mit Tchibofonie, welches ja genauso wie Simyo, Fonic, Alditalk, Klarmobil etc. alles nur ein umgebrandetes E-Plus-Prepaid-Paket ist. Insofern scheint es kein Ausweg aus dem Dilemma zu sein, einfach von Simyo zu irgendeinem der anderen Billigfunker zu wechseln. Was IMHO endeutig für Simyo spricht, das sind die günstigen Datenfunk-Tarife: 1 MB für 0,24 Euro,1 GB für 10 Euro pro Monat. Deshalb läuft in meinem Vodafone-Smartphone jetzt ein Simyo-Chip, denn mit den Vodfaone-UMTS-Tarifen macht mobiles Internet wirklich keinen Spaß.

    Und wenn ich mal den Advokatus Diaboli spielen darf: Mit einer Prepaid-Karte, mit Mini-Guthaben, die nicht benutzt wird, haben die Mobilfunk-Anbieter nur Kosten, aber kein Gewinn. Das ist ähnlich wie bei Sparbüchern mit drei Euro drauf, die niemand anfasst. Ich fände es allerdings fair, wenn ein Mobilfunkanbieter eine Art „Parkgeühr“ erheben würde, z.B. 5 Euro für eine Karte, die länger als 12 Monate nicht benutzt wurde. Dafür hält der Provider die Karte aktiv, er reserviert den Speicher für die Mailbox und vergibt die Nummer nicht neu.

    Gruß
    Frank

  2. Pingback: Notizen - Finger weg von Simyo!

  3. Giesbert Damaschke schreibt:

    > Allerdings scheint die Nummer mit dem nach 12 Monaten verfallenden Guthaben in der Branche allgemein üblich zu sein.

    Ist sie auch. Macht die Sache aber nicht besser und wurde so vor zwei oder drei Jahren auch gerichtlich untersagt. Da gab es (wenn ich micht nicht sehr schwer täusche) einen Musterprozess, gegen afaik Vodafone, den der Mobilfunkanbieter verloren hat.

  4. aw_2.0 schreibt:

    Ja, seitdem Skype meine knapp 20 Euro schluckte ist mir bekannt, dass auch und gerade Prepaid-Anbieter so vorgehen, obwohl anderweitig verknackt. Es ist trotzdem, mit Verlaub, doof und unnötig vom Anbieter.

    Die angesprochene „Parkgebühr“ fände ich da weitaus klüger, oder von mir aus einen Reaktivierungs-Zehner (das entspräche dem Kauf einer neuen Karte, hätte aber den Komfort der nahtlosen Weiterführung bei Beibehaltung der Nummer (die wurde ja nicht neu vergeben); hey, das könnte man sogar als Feature verkaufen!).

    Ich meine, ich habe ja nichts gegen simyo und hätte sie ja weiterhin verwendet; nur ist ja wohl jetzt klar, dass ich als verprellter Kunde den (Zweit-)Anbieter wechsle, unabhängig davon, ob der nicht diesselbe blöde Klausel im Vertrag hat.

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