Anzeichen digitaler Verblödung

Schreiben ist kein Geschäftsmodell mehr“ provoziert man auf Meedia.de, und wie man an den ersten Kommentaren sehen kann, sind viele Leser offenbar nicht mehr in der Lage, zwischen dem Ergebnis journalistischer Arbeit und dem Ergebnis ihrer Eingabe von <irgendwas> bei Google zu unterscheiden. Verständlich, dass die gleichen Leute dann sagen, man bräuchte diese Arbeit gar nicht.

Als Ursache für ihren Irrtum mag ich aber ausmachen, dass sich diese Leser bereits im Prozess der digitalen Verblödung befinden, weil sie ausschliesslich Online-Medien im Boulevard-Bereich konsumieren und schon lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals, einen richtigen Artikel außerhalb des Boulevard gelesen haben. Denn hätten sie das getan, wüssten sie, wie ein recherchiertes Stück aussehen kann und wie viel Vergnügen es bereitet, ein solches zu lesen.

Ursache für diese unqualifizierte Aburteilung ist einerseits, dass viele schon gar nicht mehr wissen, warum Zeitungen so aussehen, wie sie aussehen. (Oder was der Unterschied zwischen DVD und Kino ist.) Und natürlich, dass ein Grossteil der Medien – online wie offline – tatsächlich nur schnell zusammengehauenen Schund liefert – man braucht sich ja nur mal meedia.des kritische Interviews anzusehen.

Mein Ratschlag: Lest mal ne ordentliche Zeitung. Einen Monat lang.

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