1 Gedanke zur "Piratenpartei"

Piratenpartei – das klingt erst mal abenteuerlich.

Hier die Piraten, Säbel in der Hand, Pistole im Gürtel und natürlich immer ein Lachen im sonnengebräunten Gesicht, vor allem für die Damen.
Dort die Spießer, betagte Flottenkapitäne und geschniegelte Schnösel, denen man die Prise zu recht entreisst.

Natürlich sind Piraten in Wirklichkeit „Seeräuber“, also Lügner und Diebe, Sklavenhalter und Schmarotzer, die von der Arbeit anderer leben. Die Frage ist nur, ob unter diesem Gesichtspunkt nicht eigentlich alle Parteien “Piratenparteien” sind…

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4 Antworten zu 1 Gedanke zur "Piratenpartei"

  1. Robert Lemos schreibt:

    Es ist nur ein Name.
    Mal abgesehen davon, kommt „Pirat“ aus dem griechischen und heißt „wagen, versuchen“ und noch etwas.

    Die historische Bedeutung des Seefahres, der brutal und habgierig seinen eigenen Willen gegen bspw. die Hanse durchgesetzt hat, ist hier nicht von Bedeutung.

    MfG

  2. aw_2.0 schreibt:

    Ja, klar, und „Neger“ kommt eigentlich vom harmlosen Wort für die Farbe „schwarz“ und „diskriminieren“ hieß ursprünglich nur „unterscheiden“. So what?

    Wer sich Piratenpartei nennt, will Raubzüge legalisieren. Die schwedischen Piraten haben ihren Ursprung bei Pirate Bay, einem Raubkopier-Unterstützungssystem. Der ganze Datenschutz-Lack ist nur obendrauf gesprüht – und torpediert übrigens die Arbeit echter Datenschützer.

  3. A.Dörnor schreibt:

    wie du richtig siehtst handelt es sich auch um eine juristische frage. nicht alles was recht(gesetz) ist, ist auch gerecht. schließlich hinterlässt die bestrafung für illegale downloads mit wahnwitzigen summen einen schalen nachgeschmack.

  4. aw_2.0 schreibt:

    Was drakonische Strafen angeht: Da bin ich völlig d’accord. Ich bin doch kein RIAA/GEMA/-Industrie-Sprecher, bloss weil es mich umhaut, wenn ich das Piraten-Programm lesen und feststelle, dass ich als alter Datenschutzverteidiger (ich kann entsprechende Veröffentlichungen vorweisen) nur solange sympathisieren kann, bis meine höheren Hirnfunktionen einsetzen.

    Es handelt sich eben nicht um eine juristische Frage, sondern um eine moralische und gesellschaftliche und natürlich vornehmlich um eine technische.

    Die Fronten verlaufen technisch wie folgt: Wir könnten es (theoretisch) technisch umsetzen, dass kein digitales Gut unerlaubt kopiert werden kann. Dafür ist eine totale Einführung von Trusted Computing etc. als Basis für allgegenwärtiges DRM notwendig, gepaart mit der völligen Abschaffung von Anonymität. Sollte das je geschehen, was hoffentlich und natürlich gar nicht passieren kann, weil es weltweit durchgesetzt werden müsste, dann würde das Tür und Tor öffnen für alle Arten von Missbrauch durch Staat und Infrastrukturunternehmen – „1984“ wäre ein Ponyhof dagegen. *Dagegen* darf man zu recht aufstehen.

    Aber hier wird ja das Gegenteil gefordert. Jegliche Art von Strafverfolgung soll verhindert werden, die totale Anonymität des Kriminellen – egal ob Bagatelldelikt oder den inzwischen ja berühmte Zensurula-Pädo – dafür gesichert bleiben. Und bitte, in Deutschland wurde noch keiner, der sich ein paar MP3s gezogen hat, drakonisch bestraft (die Missbrauchsfähigkeit unseres Abmahnwesens steht auf einem anderen Blatt).

    Aber es muss doch einen anderen Weg geben, einen ohne Piraten und ohne Schäuble. Wollen wir wirklich allen, die etwas geistiges schaffen, die Musik komponieren, die Texte schreiben, die Bilder malen oder fotografieren, die programmieren, die neue Erfindungen machen, wollen wir die wirklich entrechten?

    Die Gegner von Copyright etc. stellen es immer gerne so hin, als wären sie die Robin Hoods, die den bösen Konzernen das unverdiente Geld aus der Tasche ziehen. Was aber in Wirklichkeit passiert, ist auch das folgende: Alle Produzenten von geistigem Eigentum – das sind einzelne Menschen, keine Corporates -, die bisher schon von ihren Verlegern um ihren Verdienst geprellt worden sind (von einem Buch kriegt der Autor 5 bis 10 Prozent dessen, was Du zahlst), werden nun, da die digitale Welt die Chance böte, den „Verleger“ auszuschalten und direkt mit dem Kunden in Kontakt zu treten, auch noch darum gebracht. Und das ausgerechnet von ihren Kunden, die neuerdings nur noch nehmen wollen, ohne etwas dafür zu geben.

    In Foren rühmen sich User, sie hätten tausende von raubkopierten Filmen und Platten, und 0 gekaufte. Da gruselt es mich. Wer für sein Projekt, zum Beispiel ein Buch, ein Jahr gearbeitet hat, findet das gar nicht mehr lustig. („Hätte er ja nicht schreiben müssen.“ Ja. Aber: „Hätte er ja auch nicht raubkopieren müssen.“) Es ist auch nicht fair. Es ist Diebstahl, und nun komme man mir nicht damit, dass das Kopieren in der digitalen Welt ja kein Wegnehmen sei – das sind Haarspaltereien, mit denen man die Suche nach Wahrheit dem schnellen rhetorischen Erfolg opfert.

    Um es nochmal in aller Klarheit zu sagen: Mein Problem ist nicht, dass ein paar User sich irgendwelchen Mist aus dem Web downloaden, Michael Jackson hat nun wirklich genug verdient. Mein Problem beginnt aber, wenn man dies für den Normalzustand hält, wenn es in den Köpfen überhaupt kein Limit mehr gibt, kein fair use. Ich wünsche mir nicht, dass jeder, der eine falsche Website anklickt, sofort vom GSG-Team hochgenommen wird. Aber ein bisschen Zittern und schlechtes Gewissen halte ich für äußerst gesund – und schon das existiert doch heute noch nicht mal mehr. Abgreifen was geht, das ist die Devise, und die Piratenpartei soll dies dann auch noch als Recht durchsetzen. Das macht eine Gesellschaft ebenso kaputt wie der Orwell-Mist von Big Brother Schäuble.

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